Dr. Sebastian Krause
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Die letzte Aligner-Schiene ist getragen, die Zahnkorrektur abgeschlossen und das neue Lächeln sichtbar. Doch damit endet die Behandlung nicht. Die Retention nach der Aligner-Behandlung ist ein entscheidender Bestandteil jeder kieferorthopädischen Therapie. Sie sorgt dafür, dass sich die Zähne nicht wieder verschieben und das erreichte Ergebnis langfristig erhalten bleibt.
Viele Patientinnen und Patienten investieren Monate oder sogar Jahre in ihre Zahnkorrektur. Ohne eine konsequente Retention können sich einzelne Zähne jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder verändern. Genau deshalb gehört ein individuell abgestimmter Retainer nach einer Aligner-Behandlung heute zum Standard einer modernen Kieferorthopädie.
Ob Erwachsene, Jugendliche oder Kinder – mit dem passenden Retentionskonzept lässt sich das Risiko eines sogenannten Rezidivs deutlich reduzieren und das neue Lächeln langfristig sichern.
Während der Behandlung werden die Zähne Schritt für Schritt in ihre neue Position bewegt. Knochen, Zahnfleisch und die feinen Haltefasern müssen sich an diese Veränderung anpassen. Dieser biologische Umbau benötigt Zeit und ist auch nach der letzten Aligner-Schiene noch nicht vollständig abgeschlossen.
Ohne ausreichende Stabilisierung können sich einzelne Zähne langsam wieder in ihre ursprüngliche Position zurückbewegen. Fachleute sprechen dabei von einem Rezidiv. Besonders häufig betrifft dies die Frontzähne, da bereits kleinste Verschiebungen beim Lächeln sichtbar werden können.
Wie hoch das persönliche Risiko ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise von der ursprünglichen Zahnfehlstellung, dem Alter, dem Umfang der Zahnbewegung oder Angewohnheiten wie Zähneknirschen und Pressen.
i Gut zu wissen:
Zähne bleiben ein Leben lang beweglich. Deshalb gehört die Retention heute zu jeder modernen Aligner-Behandlung, um das erreichte Ergebnis langfristig zu sichern.
Viele Menschen glauben, dass die Zähne nach Abschluss der Behandlung dauerhaft feststehen. Tatsächlich bleiben sie jedoch ein Leben lang beweglich.
Mehrere Faktoren können dazu führen, dass sich Zähne erneut verschieben:
Wie hoch das persönliche Risiko ist, hängt immer von der ursprünglichen Zahnfehlstellung und dem Umfang der Behandlung ab. Deshalb wird die Retention nach einer Aligner-Behandlung individuell geplant.
Grundsätzlich kommen zwei bewährte Retentionssysteme infrage:
Oft empfiehlt sich eine Kombination aus beiden Varianten.
Ein festsitzender Retainer besteht aus einem sehr feinen Draht, der dauerhaft auf der Innenseite der Frontzähne befestigt wird. Von außen ist er praktisch unsichtbar.
Vorteile
✔ wirkt rund um die Uhr
✔ kann nicht vergessen werden
✔ besonders sicher bei gedrehten Frontzähnen
✔ ideal nach größeren Zahnbewegungen
Gerade bei Erwachsenen bietet ein festsitzender Retainer eine sehr zuverlässige Langzeitstabilisierung.
Worauf sollte man achten?
Da der Draht dauerhaft im Mund bleibt, ist eine gründliche Mundhygiene besonders wichtig.
Empfohlen werden:
Löst sich eine Klebestelle oder fühlt sich der Draht ungewohnt an, sollte möglichst zeitnah ein Kontrolltermin vereinbart werden.
Eine Retentionsschiene ähnelt optisch dem letzten Aligner und wird individuell für Ober- und Unterkiefer gefertigt.
Im Gegensatz zum festsitzenden Retainer stabilisiert sie den gesamten Zahnbogen und nicht nur einzelne Frontzähne.
Vorteile der Retentionsschiene
Besonders nach umfangreichen Aligner-Behandlungen stellt sie eine sehr effektive Möglichkeit dar, das Behandlungsergebnis langfristig zu sichern.
In vielen Fällen ist die Kombination aus festsitzendem Retainer und herausnehmbarer Retentionsschiene besonders zuverlässig.
Der festgeklebte Draht schützt dauerhaft die empfindlichen Frontzähne. Die Retentionsschiene stabilisiert zusätzlich den gesamten Zahnbogen und sichert auch die Seitenzähne sowie die Form des Zahnbogens.
Diese doppelte Absicherung kann vor allem nach größeren Korrekturen, starken Engständen oder ausgeprägten Zahndrehungen sinnvoll sein. Ob sie notwendig ist, hängt immer vom individuellen Befund ab.
Diese Frage gehört zu den häufigsten nach einer abgeschlossenen Aligner-Behandlung. Die ehrliche Antwort lautet: langfristig.
Die ersten Monate nach Abschluss der aktiven Zahnbewegung sind besonders wichtig. In dieser Zeit müssen sich Knochen und Zahnhalteapparat an die neue Position anpassen. Doch auch später können sich Zähne noch verändern.
Zahnstellungen bleiben nicht automatisch ein Leben lang unverändert. Natürliche Alterungsprozesse, Veränderungen des Kiefers, Zahnverlust, Wachstum oder Belastungen durch Pressen und Knirschen können die Position der Zähne beeinflussen.
Deshalb wird heute häufig empfohlen, die Retentionsschiene nach der intensiven Anfangsphase langfristig nachts weiterzutragen. Das bedeutet nicht, dass die Schiene den Alltag bestimmt. Sie wird am Abend eingesetzt, morgens gereinigt und anschließend sicher aufbewahrt.
Der Aufwand ist gering, während der Nutzen für den Erhalt des Behandlungsergebnisses sehr groß sein kann.
Bei Erwachsenen ist das Kieferwachstum meist abgeschlossen. Trotzdem können sich Zähne auch im späteren Leben verschieben.
Neben natürlichen Alterungsprozessen spielen häufig Zähneknirschen, Pressen, Zahnverlust oder Veränderungen des Zahnhalteapparates eine Rolle. Gerade bei Erwachsenen ist daher eine langfristige nächtliche Retention sinnvoll.
Viele Erwachsene haben sich bewusst für eine diskrete und aufwendige Zahnkorrektur entschieden. Ein konsequent getragenes Retentionssystem hilft dabei, dieses Ergebnis dauerhaft zu schützen.
Bei Jugendlichen muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass sich Kiefer und Gebiss teilweise noch im Wachstum befinden.
Der Retentionsplan wird deshalb regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst. Auch Veränderungen durch das weitere Wachstum oder den Zahndurchbruch können eine Rolle spielen.
Eltern und Jugendliche erhalten klare Hinweise dazu, wann und wie lange die Retentionsschiene getragen werden soll. Wichtig ist, dass die Schiene nicht erst dann wieder eingesetzt wird, wenn sie bereits deutlich spannt.
Eine Retentionsschiene bleibt nur hygienisch und formstabil, wenn sie regelmäßig gepflegt wird. Nach dem Herausnehmen sollte sie unter lauwarmem Wasser abgespült und mit einer weichen Bürste gereinigt werden.
Sehr heißes Wasser ist ungeeignet, da sich der Kunststoff verformen kann. Auch stark scheuernde Zahnpasta kann feine Kratzer verursachen, in denen sich Ablagerungen und Verfärbungen leichter festsetzen.
Außerhalb des Mundes sollte die Schiene immer in der vorgesehenen Retainerbox aufbewahrt werden. In ein Papiertuch gewickelt wird sie schnell versehentlich entsorgt. Lose in einer Tasche kann sie sich verformen oder beschädigt werden.
Bei Kontaktsportarten dient eine Retentionsschiene nicht als Sportmundschutz. Dafür sollte ein individuell gefertigter Sportmundschutz verwendet werden.
Ein leichtes Spannungsgefühl beim Einsetzen kann darauf hinweisen, dass sich einzelne Zähne bereits minimal bewegt haben.
Wenn die Schiene nur etwas strammer sitzt, aber weiterhin vollständig eingesetzt werden kann, sollte sie zunächst wieder konsequent nach Anweisung getragen werden. Sitzt sie jedoch deutlich zu eng, lässt sie sich nicht vollständig einsetzen oder verursacht sie Schmerzen, sollte ein Kontrolltermin vereinbart werden.
Es ist nicht empfehlenswert, die Schiene mit Gewalt einzusetzen. Je früher eine kleine Verschiebung erkannt wird, desto einfacher lässt sie sich häufig korrigieren.
Ein verlorener oder beschädigter Retainer ist kein Grund zur Panik. Trotzdem sollte schnell gehandelt werden, vor allem in den ersten Monaten nach Abschluss der Aligner-Behandlung.
Die Praxis prüft, ob eine neue Retentionsschiene ausreicht oder ob zunächst ein neuer digitaler Scan notwendig ist. Haben sich einzelne Zähne bereits verschoben, kann in manchen Fällen eine kleine Nachkorrektur erforderlich sein.
Auch ein festsitzender Retainer kann sich teilweise lösen. Manchmal bleibt der Draht zunächst an mehreren Zähnen befestigt und fühlt sich nur ungewohnt an. Dennoch sollte er zeitnah kontrolliert werden, da ein verbogener oder gelöster Draht unerwünschte Kräfte auf einzelne Zähne ausüben kann.
Bis zum Termin sollte nicht am Draht gezogen oder versucht werden, ihn selbst zu befestigen.
Ein Verzicht auf die Retention ist nicht empfehlenswert.
Ohne Retainer besteht das Risiko, dass sich Zähne nach Abschluss der Behandlung wieder verschieben. Wie schnell das passiert, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Manche Veränderungen treten bereits innerhalb weniger Wochen oder Monate auf, andere entwickeln sich langsam über mehrere Jahre.
Auch ein sehr gutes Ergebnis nach Alignern bleibt deshalb nicht automatisch dauerhaft stabil. Die Retention ist der Schritt, der die erreichte Zahnstellung langfristig absichert.
Die Tragezeit hängt vom individuellen Befund ab. Zu Beginn wird die Schiene häufig viele Stunden täglich getragen. Später genügt meistens das nächtliche Tragen. Eine langfristige Retention ist in vielen Fällen sinnvoll.
Beide Varianten haben unterschiedliche Vorteile. Ein festsitzender Retainer stabilisiert dauerhaft die Frontzähne. Eine Retentionsschiene schützt den gesamten Zahnbogen. Häufig ist eine Kombination besonders sicher.
Je nach Ausgangssituation können sich bereits kleine Veränderungen zeigen. Wenn die Schiene beim nächsten Einsetzen deutlich enger sitzt, sollte sie wieder konsequent getragen und bei stärkeren Beschwerden kontrolliert werden.
Festsitzende Retainer sollten bei regelmäßigen kieferorthopädischen und zahnärztlichen Kontrollen mitgeprüft werden. Bei Beschwerden, einem gelösten Draht oder sichtbaren Veränderungen sollte unabhängig davon ein Termin vereinbart werden.
Ja. Kunststoffschienen können reißen, sich verformen oder mit der Zeit abnutzen. Eine beschädigte Schiene sollte nicht dauerhaft weitergetragen, sondern kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden.
Die letzte Aligner-Schiene kann manchmal kurzfristig übergangsweise getragen werden. Sie ist jedoch in der Regel nicht als dauerhafte Retentionsschiene vorgesehen. Ein richtiger Retainer wird speziell für die langfristige Stabilisierung hergestellt.