Dr. Sebastian Krause
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Wenn Kinder beim Zubeißen immer leicht zur Seite rutschen, einseitig kauen oder die oberen und unteren Zähne nicht sauber ineinandergreifen, steckt manchmal mehr dahinter als eine kleine Zahnfehlstellung. Genau deshalb lohnt es sich, einen Kreuzbiss früh zu erkennen - bei Kindern möglichst bevor sich ungünstige Bewegungsmuster, Kieferasymmetrien oder Platzprobleme verfestigen.
Von einem Kreuzbiss spricht man, wenn die oberen Zähne beim Zusammenbeißen nicht wie normalerweise außen vor den unteren Zähnen stehen, sondern innen. Die Fehlstellung kann einzelne Zähne oder ganze Zahngruppen betreffen. Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden:
Beim seitlichen Kreuzbiss schließen die oberen Backenzähne innerhalb der unteren Zahnreihe. Häufig ist der Oberkiefer dabei zu schmal entwickelt.
Beim frontalen Kreuzbiss stehen einzelne oder mehrere obere Schneidezähne hinter den unteren Schneidezähnen. Diese Form wird oft bereits beim Lächeln sichtbar.
Für viele Eltern wirkt ein Kreuzbiss zunächst wie eine rein optische Besonderheit. Tatsächlich kann die Fehlstellung jedoch Auswirkungen auf das Kieferwachstum und die Funktion des gesamten Kauapparates haben.
Ein Kreuzbiss fällt nicht immer sofort auf. Viele Eltern bemerken zunächst kleine Auffälligkeiten im Alltag ihres Kindes.
Typische Hinweise sind:
Gerade bei einem funktionellen Kreuzbiss weicht der Unterkiefer oft automatisch aus, um eine angenehmere Bissposition zu finden. Dadurch können sich langfristig asymmetrische Bewegungsmuster entwickeln.
Nicht jedes Kind klagt über Beschwerden. Deshalb wird ein Kreuzbiss häufig erst bei einer Kontrolluntersuchung entdeckt.
Das Wachstum von Ober- und Unterkiefer bietet in jungen Jahren ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Werden Fehlentwicklungen früh erkannt, lassen sie sich oft deutlich einfacher korrigieren als im Erwachsenenalter.
Eine frühzeitige Behandlung kann helfen:
Besonders bei Kindern mit einer deutlichen Seitverschiebung des Unterkiefers sollte nicht zu lange abgewartet werden.
Ein Kreuzbiss kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig entstehen mehrere Faktoren gleichzeitig.
Die häufigste Ursache für einen seitlichen Kreuzbiss ist ein zu schmal entwickelter Oberkiefer. Dadurch fehlt ausreichend Platz für eine normale Verzahnung.
Die Form von Kiefer und Gebiss wird teilweise genetisch beeinflusst. Kreuzbisse treten deshalb häufig familiär gehäuft auf.
Kinder, die dauerhaft durch den Mund atmen, entwickeln häufiger Veränderungen im Kieferwachstum. Eine chronisch eingeschränkte Nasenatmung sollte daher immer berücksichtigt werden.
Anhaltende Sauggewohnheiten können die Entwicklung von Oberkiefer und Zahnstellung beeinflussen.
Auch eine ungünstige Zungenlage oder ein atypisches Schluckmuster können Fehlentwicklungen des Gebisses begünstigen.
Diese Frage stellen sich viele Eltern. Leider wächst sich ein echter Kreuzbiss nur selten von allein aus. Insbesondere wenn eine funktionelle Seitverschiebung oder ein schmaler Oberkiefer vorliegt, bleibt die Fehlstellung häufig bestehen oder verstärkt sich mit dem Wachstum. Deshalb ist eine frühzeitige Untersuchung sinnvoll. Nicht jeder Kreuzbiss muss sofort behandelt werden, aber eine fachliche Einschätzung schafft Klarheit.
Eine erste kieferorthopädische Beurteilung ist spätestens im Grundschulalter empfehlenswert.
Bei folgenden Auffälligkeiten sollte eine Untersuchung bereits früher erfolgen:
Je früher ein möglicher Kreuzbiss erkannt wird, desto besser lässt sich der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung bestimmen.
Die Diagnose erfolgt durch eine klinische Untersuchung des Gebisses und der Kieferrelation.
Dabei wird geprüft:
Je nach Befund können zusätzlich digitale Scans, Fotos oder Röntgenaufnahmen angefertigt werden.
Die Diagnostik dient nicht nur der Feststellung der Fehlstellung, sondern auch der Planung einer individuellen Behandlung.
Die Behandlung richtet sich nach Alter, Ursache und Ausprägung der Fehlstellung.
Mögliche Therapien sind:
Ist der Oberkiefer zu schmal, kann eine Erweiterung helfen, ausreichend Platz für eine normale Verzahnung zu schaffen.
Bei jüngeren Kindern kommen häufig herausnehmbare Geräte zum Einsatz, um Wachstum und Bissentwicklung zu unterstützen.
In bestimmten Fällen kann eine festsitzende Behandlung sinnvoll sein, um die Fehlstellung gezielt zu korrigieren.
Wenn der Unterkiefer beim Zusammenbeißen ausweicht, steht die Wiederherstellung einer geraden und stabilen Bisslage im Vordergrund.
Welche Methode geeignet ist, hängt immer vom individuellen Befund ab.
Eltern müssen keine kieferorthopädische Diagnose stellen. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf die Entwicklung des Gebisses.
Achten Sie darauf:
Bereits das Gefühl, dass das Gebiss „irgendwie schief“ wirkt, kann ein guter Grund für eine Untersuchung sein.
Ein Kreuzbiss bei Kindern ist mehr als eine reine Zahnfehlstellung. Unbehandelt kann er die Entwicklung von Kiefer, Muskulatur und Gebiss beeinflussen. Gleichzeitig bietet das Wachstum im Kindesalter hervorragende Möglichkeiten für eine schonende und erfolgreiche Korrektur.
Wer einen Kreuzbiss früh erkennen lässt, schafft die besten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung des Gebisses. Deshalb lohnt es sich, Auffälligkeiten nicht über Jahre zu beobachten, sondern frühzeitig fachlich abklären zu lassen.
Ein Kreuzbiss ist nicht akut gefährlich, kann aber langfristig zu Fehlbelastungen, asymmetrischem Wachstum und Zahnabrieb führen.
Ein echter Kreuzbiss wächst sich nur selten von allein aus. Eine kieferorthopädische Untersuchung ist daher empfehlenswert.
Spätestens im Grundschulalter sollte eine erste Beurteilung erfolgen. Bei sichtbaren Auffälligkeiten kann eine Untersuchung bereits früher sinnvoll sein.
Die Behandlungsdauer hängt von Alter, Ursache und Schweregrad der Fehlstellung ab. Viele Frühbehandlungen dauern zwischen einigen Monaten und wenigen Jahren.
Ob die Kosten übernommen werden, hängt vom individuellen Befund und der Einstufung der Fehlstellung ab.