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Kieferschmerzen einseitig: Ursachen & Behandlung

Kieferschmerzen nur auf einer Seite? Erfahren Sie, welche Ursachen dahinterstecken können und wann eine Untersuchung von Biss und Kiefer sinnvoll ist.

Kieferschmerzen nur auf einer Seite – woher kommen sie?

Kieferschmerzen treten nicht immer beidseitig auf. Manche Menschen bemerken Beschwerden ausschließlich rechts oder links am Kiefer, beispielsweise beim Kauen, Gähnen oder weiten Öffnen des Mundes. Andere spüren die Schmerzen vor allem morgens oder nehmen gleichzeitig ein Knacken oder Reiben im Kiefergelenk wahr.

Die Ursache lässt sich nicht allein anhand der Schmerzstelle bestimmen. Beschwerden können unter anderem mit dem Kiefergelenk, der Kaumuskulatur oder den Zähnen zusammenhängen. Auch Zähneknirschen und Pressen können eine Rolle spielen. Ebenso kommen Ursachen außerhalb der Kieferorthopädie infrage.

Deshalb ist bei wiederkehrenden oder anhaltenden einseitigen Kieferschmerzen eine gezielte Untersuchung sinnvoll.

 

Häufige Ursachen für einseitige Kieferschmerzen

Der Kiefer ist Teil eines komplexen Zusammenspiels aus Zähnen, Kiefergelenken und Muskulatur. Beschwerden können entsprechend unterschiedliche Auslöser haben.

Kiefergelenk

Die beiden Kiefergelenke ermöglichen gemeinsam die Bewegungen des Unterkiefers. Veränderungen oder Funktionsstörungen können sich durch Schmerzen vor oder um das Ohr, eingeschränkte Beweglichkeit oder Geräusche wie Knacken bemerkbar machen.
Kieferknacken allein bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.

Verspannte Kaumuskulatur

Die Kaumuskulatur wird im Alltag stark beansprucht. Zähnepressen oder Zähneknirschen können zu einer erhöhten Muskelbelastung beitragen.
Typisch können beispielsweise Schmerzen oder Spannungsgefühle im Bereich von Wange, Schläfe oder Kiefer sein. Manche Betroffene nehmen diese Beschwerden besonders nach dem Aufstehen wahr.

Zähne und Zahnerkrankungen

Nicht jeder vermeintliche Kiefergelenkschmerz entsteht tatsächlich im Gelenk. Entzündungen oder andere Probleme einzelner Zähne können ebenfalls Schmerzen verursachen, die in den Kiefer ausstrahlen.
Eine zahnärztliche Abklärung kann deshalb ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik sein.

Biss und Kieferfunktion

Auch die Art, wie Ober- und Unterkiefer zusammentreffen, kann bei einer funktionellen Untersuchung relevant sein. Dabei gilt jedoch: Ein Fehlbiss ist nicht automatisch die Ursache von Kieferschmerzen. Beschwerden im Kieferbereich sind häufig multifaktoriell. Deshalb sollte nicht allein aus einer bestimmten Zahn- oder Kieferstellung auf die Ursache geschlossen werden.

 

Kieferschmerzen beim Kauen – was bedeutet das?

Treten die Kieferschmerzen vor allem beim Kauen auf, werden Kiefergelenke und Kaumuskulatur besonders beansprucht. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wo der Schmerz auftritt, sondern auch bei welchen Bewegungen. 
Bei der Untersuchung können unter anderem folgende Fragen relevant sein: Seit wann bestehen die Beschwerden? Treten sie nur beim Kauen oder auch in Ruhe auf? Gibt es Kieferknacken? Ist die Mundöffnung eingeschränkt? Werden nachts die Zähne geknirscht oder gepresst?
Diese Informationen helfen dabei, mögliche Ursachen voneinander abzugrenzen.

 

Kiefer- und Ohrenschmerzen gleichzeitig

Das Kiefergelenk befindet sich unmittelbar vor dem Ohr. Beschwerden aus dem Bereich des Kiefergelenks oder der umgebenden Muskulatur können deshalb teilweise als Schmerzen in Ohrnähe wahrgenommen werden.

Umgekehrt bedeutet ein Schmerz am Ohr nicht automatisch, dass das Kiefergelenk die Ursache ist. Auch Erkrankungen des Ohres oder andere medizinische Ursachen können entsprechende Beschwerden auslösen.

Gerade bei neu auftretenden, starken oder anhaltenden Beschwerden ist daher eine differenzierte Abklärung wichtig.

 

Kiefer knackt und schmerzt – hängt das zusammen?

Ein Knacken im Kiefergelenk kommt vergleichsweise häufig vor und ist ohne weitere Beschwerden nicht automatisch problematisch.
Anders sieht es aus, wenn zusätzlich Schmerzen, eine eingeschränkte Mundöffnung oder wiederkehrende Blockierungen auftreten. Dann kann eine Untersuchung des Kiefergelenks und der Kieferfunktion sinnvoll sein.

Entscheidend ist also weniger das Geräusch allein als die Kombination der Symptome.

 

Können einseitige Kieferschmerzen durch CMD entstehen?

Der Begriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt Funktionsstörungen im Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und weiteren beteiligten Strukturen.

Mögliche Beschwerden können unter anderem Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur oder Kiefergelenke sowie Einschränkungen der Unterkieferbewegung umfassen.

Allerdings sind Kieferschmerzen nicht automatisch eine CMD. Für eine sinnvolle Einordnung ist eine Untersuchung erforderlich, bei der die individuellen Beschwerden und Befunde berücksichtigt werden.

 

Welche Rolle spielt Kieferorthopädie bei Kieferschmerzen?

Bei einer kieferorthopädischen Untersuchung wird nicht nur betrachtet, ob die Zähne gerade stehen. Auch das Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer sowie die Bisssituation können beurteilt werden.
Das ist besonders relevant, wenn neben den Schmerzen gleichzeitig eine auffällige Zahn- oder Kieferstellung besteht.
Eine kieferorthopädische Behandlung ist jedoch nicht automatisch die richtige Therapie für Kieferschmerzen. Je nach Ursache können beispielsweise Zahnmedizin, Kieferorthopädie, Physiotherapie oder andere medizinische Fachrichtungen Teil der Abklärung und Behandlung sein.

 

Wann sollte man einseitige Kieferschmerzen untersuchen lassen?

Kurzzeitig auftretende Beschwerden können unterschiedliche und teilweise vorübergehende Ursachen haben. Eine Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn die Schmerzen wiederholt auftreten, länger anhalten oder stärker werden.

Auch Begleitsymptome wie eine deutlich eingeschränkte Mundöffnung, wiederkehrende Blockierungen, Schwellungen oder starke Schmerzen sollten zeitnah untersucht werden.

Bei akuten starken Schmerzen, Schwellung, Fieber, Verletzungen oder plötzlich deutlich eingeschränkter Mundöffnung sollte die Ursache rasch ärztlich beziehungsweise zahnärztlich abgeklärt werden.

 Kieferschmerzen in München abklären

Kieferschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben – und nicht immer liegt das Problem dort, wo es weh tut. Deshalb lohnt es sich, bei wiederkehrenden Beschwerden genauer hinzuschauen.

In unserer Praxis in München betrachten wir dabei nicht nur die Zahnstellung, sondern auch, wie Ober- und Unterkiefer zusammenarbeiten und wie sich der Biss anfühlt. So lässt sich besser einschätzen, ob die Beschwerden einen kieferorthopädischen Zusammenhang haben oder eine Abklärung in einem anderen Bereich sinnvoll ist.

FAQ: Häufige Fragen zu einseitigen Kieferschmerzen

Einseitige Kieferschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Möglich sind beispielsweise Beschwerden des Kiefergelenks oder der Kaumuskulatur, Zähneknirschen beziehungsweise Pressen oder zahnmedizinische Ursachen. Woher die Beschwerden tatsächlich kommen, lässt sich erst durch eine Untersuchung beurteilen.

Zähneknirschen und insbesondere starkes Pressen können die Kaumuskulatur und andere Strukturen des Kausystems belasten. Dadurch können Schmerzen oder Spannungsgefühle im Kieferbereich auftreten.

Beim Kauen werden Kiefergelenke und Kaumuskulatur belastet. Schmerzen bei diesen Bewegungen können deshalb auf unterschiedliche Probleme dieser Strukturen hinweisen, aber auch zahnmedizinische Ursachen haben.

Beschwerden aus dem Bereich des Kiefergelenks können in Ohrnähe wahrgenommen werden. Da Ohrenschmerzen jedoch auch andere Ursachen haben können, sollte die Ursache bei anhaltenden Beschwerden abgeklärt werden.

Kieferknacken allein ist nicht automatisch behandlungsbedürftig. Treten gleichzeitig Schmerzen, Blockierungen oder Bewegungseinschränkungen auf, ist eine Untersuchung sinnvoll.

Das hängt von der vermuteten Ursache ab. Zahnärztliche beziehungsweise kieferorthopädische Untersuchungen können bei Beschwerden des Kausystems sinnvoll sein. Je nach Befund können weitere Fachrichtungen einbezogen werden.